Sigillum magnum universitatis,
Universitätssiegel seit 1449

Universität

Die Alma Mater Lipsiensis lehrt und wirkt ohne Unterbrechung seit ihrer Gründung im Jahre 1409. Damit ist sie die zweitälteste Universität Deutschlands. Außerdem ist sie die größte Hochschule der Stadt. Und auch das Leipziger Institut für Psychologie hat von Beginn an Geschichte geschrieben: Mit seiner Gründung im Jahr 1879 unter Wilhelm Wundt war es das weltweit erste Institut für experimentelle Psychologie überhaupt!

» Universität Leipzig

» Institut für Psychologie

» Links

 

Universität Leipzig

Chronik

Mai 1409 Auszug von Magistern und Scholaren aus der Prager Karls-Universität nach Leipzig
Dez. 1409 offizielle Gründung der Universitätim Thomaskloster
Stand: 46 Magister und Doktoren, 369 Studenten
1415 Gründung der Medizinischen Fakultät
1446 Gründung der Juristischen Fakultät
 1519 Leipziger Disputation auf der Pleißenburg:
Streitgespräch zwischen dem katholischen Theologen Johannes Eck und den Reformatoren Luther, Karlstadt und Melanchthon 
 1543 Begründung einer Universitätsbibliothek 
 1545 Neuordnung des Lehrbetriebs: Übernahme der reformatorischen Lehrnorm  
 1580 Stand: 23 Professuren, etwa 600 Immatrikulierte
1682 Herausgabe der 1. wissenschaftlichen Zeitschrift Deutschlands:
die „Acta Eruditorum“  
 1870 erstmalige Zulassung von Frauen als Gasthörerinnen
 1879 Gründung des – weltweit ersten – Instituts für experimentelle Psychologie durch Wilhelm Wundt  
1879 Feierliche Einweihung des von Arwed Rossbach entworfenen neuen Augusteums am Augustusplatz  
 1906 erstmalige Zulassung von Frauen zum Studium  
 1927 1. Professur für Hirnforschung in Deutschland  
 1933 rückwirkende Verleihung des Nobelpreises für Physik für das Jahr 1932 an Werner Heisenberg, seit 1927 Professor an der Universität  
1933-1945 zerstörerischer Umbau der Universitätskorporation zu einer Gefolgschaftsuniversität durch die nationalsozialistische Parteidiktatur; Entlassung, Verfolgung, Inhaftierung oder Tötung von Professoren, Studenten und Angestellten aus politischen oder rassenideologischen Gründen; Zerstörung von 87 der 103 Universitätsgebäude sowie Vernichtung von 70% des Bibliothekbestands im Zuge des Zweiten Weltkriegs  
 1946 Wiedereröffnung der Universität im ehemaligen Filmtheater Capitol  
1953 Umbenennung in „Karl-Marx-Universität Leipzig“
1968 Sprengung des teilzerstörten Augusteums und der im Bombenkrieg auf Leipzig unversehrt gebliebenen Universitätskirche St. Pauli für einen Neubaukomplex in sozialistischem Baustil
 1989 Tagungen und Debatten von Reformkonzilen über die zukünftige Ausrichtung der Universität; Gründung eines demokratisch legitimierten Studentenrats
1991 Wiederannahme der traditionellen Bezeichnung „Universität Leipzig“ nach der deutschen Einheit
1993 Neugründung der in den 50er Jahren aufgelösten Fakultäten
2001 Ausschreibung eines Architektur-Wettbewerbs für einen neuen Universitätscampus am Augustusplatz: gewonnen vom international renommierten Niederländer Erick van Eggeraat
 2009 600-Jahr-Feier der Universität und Eröffnung des Campus
seit 2011 Rektorin der Universität: Prof. Dr. med. Beate A. Schücking  
2016 Stand: 14 Fakultäten, über 150 Institute, 29.227 Studierende
(17.240 weiblich, 11.987 männlich)

 

Schon gewusst?!

 Was haben die Herren Leibniz, Goethe, Nietzsche, Wagner, Kästner und Liebknecht mit
Frau Merkel gemeinsam? – Sie haben alle an der Leipziger Universität studiert!

 

 

Videos

In den folgenden beiden Videos können Sie einen virtuellen Einblick in die Leipziger Universität und ihren neuen Campus am Augustusplatz gewinnen. Hier werden im September auch die meisten Veranstaltungen des DGPs-Kongresses stattfinden.

 

 

Institut für Psychologie

» Gründung bis Zweiter Weltkrieg

» Nachkriegszeit bis heute

» Alle Standorte des Instituts seit 1879

 

Gründung bis Zweiter Weltkrieg

1875 entschied die philosophische Fakultät der Leipziger Universität, nach 9-jähriger Vakanz und der Absage von Kuno Fischer, den philosophischen Lehrstuhl zu teilen und zwei weniger Berühmte zum jeweils haben Gehalt zu berufen. Die Wahl fiel auf Max Heinze (1835-1909) und Wilhelm Wundt (1832-1920). Wundt hatte sich einen Raum für seine wissenschaftlichen Apparate erbeten und bekam ein kleines ehemaliges Auditorium im Alten Konvikt zur Verfügung gestellt. In diesem Raum fanden ab 1879 die ersten Übungen und Untersuchungen mit Studierenden und Doktoranden statt. Zu den ersten Teilnehmern experimenteller psychologischer Studien gehörten u.a. Stanley Hall, Emil Kraepelin und James Mac Keen Cattell. Soweit die bescheidenen Anfänge des Instituts für experimentelle Psychologie als Privatinstitut.

Erst 1883 wurde es zu einem offiziellen Universitätsinstitut mit festem Etat ernannt. Daraufhin erweiterte es sich sowohl personell als auch räumlich (an verschiedenen Standorten, z.B. mit Räumen im Beginenhaus in der heutigen Universitätsstraße 7-9) und wurde 1884 offiziell feierlich eröffnet. Im Zuge des fertiggestellten Neubaus der Universität am Augustusplatz im Herbst 1896 konnte das Psychologische Institut im darauffolgenden Jahr in das Obergeschoss des Johanneums und Paulinums ziehen. Die Räume umfassten neben zwei Auditorien ein Laboratorium, ein Dunkelzimmer, mehrere Arbeits-, Untersuchungs- und Aufbewahrungsräume, ein Lesezimmer mit der Handbibliothek des Instituts, ein Handwerksraum, ein „Stillezimmer“ sowie einen 37,10m langen, sehr hellen Gang für optische Versuche. Dies war laut Wundt „mal ein richtiges Institut“.Fünf Jahre nach seinem Tod – im Rahmen der Feier zum 50-jährigen Jubiläum der Berufung Wilhelm Wundts an die Leipziger Universität wurde es offiziell in Psychologisches Institut umbenannt. Zu dieser Zeit war bereits seit mehreren Jahren Felix Krueger der neue Institutsdirektor, welcher mit seiner Forschung die zweite Leipziger Schule prägte. Infolge der deutschlandweiten Einführung des Diplomstudienganges für Psychologie im Jahr 1942 erfolgte kurz darauf auch in Leipzig die Umbenennung des Lehrstuhls in Lehrstuhl für Psychologie.

Beim ersten Bombenangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943 wurde das Psychologische Institut getroffen. Als Ausweichquartier diente vorübergehend die Schillerstraße 6, bis diese 1945 ebenfalls durch weitere Bomben fast vollständig zerstört wurde. Mithilfe von Mitarbeitern und Studenten konnte die umfangreiche Bibliothek zum Glück rechtzeitig ausgelagert und somit gerettet werden – sie enthielt auch verbotene Schriften wie die Werke Sigmund Freuds und Alfred Adlers.

 

Nachkriegszeit bis heute

Bereits am 2. November 1945 bezog das Institut sein neues Quartier in der Ritterstraße. 1946 wurde die Leipziger Universität dann offiziell wiedereröffnet. Zu den ersten Aufgaben der wechselnden kommissarischen Institutsleiter gehörten in der Nachkriegszeit die Erstellung eines Studienprogramms und die Übernahme des Wundt-Archivs als Geschenk von Eleonore (1876 –1957) und Max Wundt (1879 –1963). Im Jahr 1951 zog das Institut in die Otto-Schill-Straße 1 um. Ein Jahr später wurde das Direktorat von Ernst Struck übernommen; nach seinem Tod 1954 folgte Werner Fischel. Unter dessen Leitung erhielt das Institut am 21. Oktober 1965 im Zuge des 85. Jahrestages der Gründung den Beinamen „Wilhelm Wundt“. Außerdem etablierten sich als wichtigste Forschungsbereiche Allgemeine Psychologie, Angewandte Psychologie (Arbeitspsychologie und Diagnostik), Pädagogische Psychologie und Tierpsychologie.  

Nach Fischels Emeritierung im Jahr 1965 wurde das Ausbildungs- und Forschungsprofil des Instituts auf Pädagogische Psychologie eingeengt. Im Zuge der III. Hochschulreform der DDR von 1968 wurde das Psychologische Institut Wilhelm Wundt zu einem Fachbereich der Sektion Pädagogik/Wissenschaftsbereich Psychologie. Erst 1975 wurde – mit Besinnung auf die große Tradition und die daraus erwachsende internationale Bedeutung mit der Vergabe des Internationalen Kongresses für Psychologie 1980 nach Leipzig – die Sektion Psychologie Wilhelm Wundt als eine wieder eigenständige Institution (mit Unterbringung in der Tieckstraße 2) gegründet und diese mit einem umfangreichen Profil aus zahlreichen forschungsbezogenen Arbeitsgruppen ausgestattet: Es etablierten sich Allgemeine Psychologie I mit Schwerpunkt Wahrnehmungspsychologie, Allgemeine Psychologie II mit Schwerpunkt Gedächtnis und Methodik, Psychologische Diagnostik, Persönlichkeitspsychologie und Sozialpsychologie, Psychomotorik in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport, Arbeits- und Ingenieurpsychologie, Geschichte der Psychologie, Klinische Psychologie, Entwicklungspsychologie, Lernpsychologie und Psychologie der Lehrerpersönlichkeit und Lehrertätigkeit. Höhepunkte der Traditionspflege waren 1979 die 100-Jahrfeier des Instituts und 1980 der 22. Internationale Kongress für Psychologie in Leipzig – ein Treffen der Psychologen aus aller Welt am Gründungsort des ersten psychologischen Instituts durch Wilhelm Wundt. Dieser ermöglichte den DDR-Psychologen die bislang weitgehend verwehrt gebliebene internationale Kontaktaufnahme und Präsentation ihrer Forschungsprojekte und -ergebnisse. Und mit der internationalen Bedeutung erhielt das Leipziger Institut auch national einen neuen Stellenwert: Ausbildung wie Forschung wurden in kürzester Zeit erweitert und der Ausbau weiterer Wissenschaftsbereiche gefördert.

1993 erfolgte an der Universität Leipzig eine Neugründung der Fakultäten, nach der die Fachrichtung Psychologie als Nachfolger der entsprechenden Sektion aus DDR-Zeiten der Fakultät Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie zugeordnet wurde. Es entstanden daraufhin drei Institute für Psychologie (mit Unterbringung ab 1996 in der Seeburgstraße 14-20): das Institut für Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie (mit vereinzelten Räumen im Europahaus am Augustusplatz), das Institut für Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychodiagnostik sowie mit den Lehrstühlen Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie das Institut für Angewandte Psychologie. Diese Struktur entsprach der Rahmenstudienordnung Psychologie der Bundesrepublik Deutschland.

Im Jahre 2004 folgte im Rahmen der Neustrukturierung der Fakultät eine etwas vereinfachendere Unterteilung in das Institut für Psychologie I und das Institut für Psychologie II. Seit 2014 hat das Institut seinen Sitz im Städtischen Kaufhaus am Neumarkt 9-19, gegenüber von seinem ehemaligen Standort in der Universitätsstraße.

Quelle: Frau Dr. A. Meischner-Metge

 

Beitrag zur Ausstellung über die Geschichte der Psychologie in Leipzig
(mit einem Interview von mephisto 97.6 mit Herrn Prof. Dr. Erich Schröger) 

 

Alle Standorte des Instituts seit 1879

 

Links

Universität Leipzig

Lageplan der Universität Leipzig

Übersicht über den neuen innerstädtischen Campus der Universität

Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie der Universität Leipzig

Institut für Psychologie der Universität Leipzig

Fachschaftsrat Psychologie Leipzig

Universitätsbibliothek Leipzig

 

Zurück zum Seitenanfang »