Populism, Nationalism, and Radicalization

Gestaltung: Stefan Stürmer

Eine populäre Interpretation der Wahlerfolge rechtspopulistischer Kandidat/innen und Parteien in westlichen Ländern rekurriert auf das Konzept der Demagogie bzw. Verführung. Während Rechtspopulist/innen Wähler/innen durch die Verbreitung von „fake news“ und das Schüren von Ängsten aktiv verführen, kommt Letzteren gemäß dieser Interpretation eine weitgehend passive Rolle zu: Sie sind uniformiert und ignorant und aufgrund niederer Interessen oder irrationaler Motive geneigt, sich verführen zu lassen. Dieses Hot Topics beleuchtet die Evidenz für diese Interpretation aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven und am Beispiel unterschiedlicher politischer Kontexte. Aktuelle Forschungsfragen sind dabei: Wie lässt sich der Erfolg von Rechtspopulisten auf der Basis moderner Führungstheorien erklären? Welche Rolle spielen rationale (im Vergleich zu irrationalen) Interessen für Wähler/innen rechtspopulistischer Parteien? Welchen Einfluss haben Intergruppenkonflikte und Gruppendynamiken für die Interessendefinitionen? Und last but not least: Welche politischen Strategien lassen sich aus diesen Analysen ableiten, um dem Einfluss von Rechtspopulisten psychologisch informiert zu begegnen und Polarisierung und Radikalisierungstendenzen innerhalb der Gesellschaft entgegenzuwirken?