Fake News and Dealing with Evidence

Gestaltung: Stephan Winter

Bei Wahlen ist in letzter Zeit der öffentliche Diskurs häufig durch das Verbreiten von Falschmeldungen in sozialen Medien (fake news) und Auseinandersetzungen über grundlegende Fakten negativ beeinflusst worden. Dies hat zur Besorgnis im Hinblick auf einen wachsenden Relativismus in Bezug auf Evidenz und wissenschaftliche Fakten und zu schwindendem Vertrauen in klassische Medien und die Wissenschaft geführt: Wenn manche Bürger und Politiker Fakten als eine Frage der persönlichen Meinung betrachten, muss mit negativen Konsequenzen für die Qualität demokratischer Entscheidungen und einer wachsenden Polarisierung der Gesellschaft gerechnet werden. In diesem Schwerpunktthema werden Forscherinnen und Forscher theoretische und empirische Einsichten in die psychologischen Mechanismen der Verarbeitung falscher oder einseitiger Informationen thematisieren. Im Fokus stehen unter anderem Faktoren, die zu einer höheren Empfänglichkeit für Fehlinformation führen, unter welchen Bedingungen Korrekturen zur Milderung von negativen Effekten führen (oder gegenteilig ausschlagen) und wie die Informationskompetenz gestärkt werden kann.

Keynote

Andrew J. Flanagin, University of California, USA

The Perceived Credibility of Online (Mis)information

Contemporary communication and information technologies not only offer
unprecedented access to newsworthy information but also provide ample opportunities for
the widespread dissemination of misinformation, including "fake news." However, the
processes by which people arrive at evaluations of the perceived credibility of online
information are critical in determining the consequences of misinformation and fake news.
In this keynote address the perceived credibility of online (mis)information is considered
in terms of people's information processing activities, including relevant personality-based
characteristics that influence information evaluation, the dynamics of information
assessment that unfold in the context of social interaction online, and the use of cognitive
heuristics in credibility evaluation. Circumstances under which individuals are more or
less trusting of information online, the many cognitive biases exhibited in information
evaluation, and methods of signaling dubious online information are considered. Against
this background, a realistic assessment of potential strategies for inoculating against the
persuasiveness of online misinformation and fake news is offered.